WM in Puerto Vallarta – Deutschland rächt Mexiko

Ein kleiner Stimmungsbericht

Deutschland geniesst bei vielen Mexikanern ein recht hohes Ansehen – und das ist im Rahmen der Weltmeisterschaft eher noch gewachsen, denn die Mexikaner sind mindestens so Fussball versessen wie die meisten Deutschen. Vor dem Spiel Deutschland gegen England war vom „Kampf der Titanen“ die Rede, danach von der „maquina teutona“ (teutonische Maschine – das klingt schon weniger schmeichelhaft, aber die Mexikaner schätzen die Präzision und Zuverlässigkeit der deutschen Technologie ebenso hoch ein wie das deutsche Organisationstalent und das reibungslose Funktionieren in vielen Bereichen).

Und dann verlor Mexiko gegen Argentinien – da flossen nicht nur bei weiblichen Zuschauern die Tränen…. Fast machten wir uns darauf gefasst, dass nun Staatstrauer angeordnet werden müsste, aber so weit ging es nun doch nicht.

Die Mexikaner setzten ganz einfach ihre Hoffnung auf Deutschland, das gegen Argentinien spielen würde, um 9 Uhr am Samstagmorgen (die Zeitdifferenz zu Deutschland beträgt sieben Stunden).
Schätzungsweise sass halb Mexiko z.T. in schwarz-rot-goldenen Trikots vor den Fernsehgeräten, um das Spiel zu verfolgen, inständig hoffend, dass die Deutschen die Argentinier besiegen und damit Mexiko rächen würden – so sahen das jedenfalls etwa 90 Prozent der Mexikaner.

Und so ertönten dann auch gleich nach dem ersten Tor Chöre, die jubelnd „Alemania, Alemania“ riefen. Und so genoss man regelrecht, dass den Argentiniern das Abseitstor diesmal nicht anerkannt wurde – es war die Rache für das, was Mexiko knapp eine Woche vorher widerfahren war, als der Schiedsrichter das Abseitstor gelten liess. Und dann ertönten bei jedem weiteren Tor Jubelrufe, als hätte die mexikanische Mannschaft die Tore geschossen.

Und nun geniessen viele aus ganzem Herzen, das das deutsche Team so hoch gewonnen den WM-Favoriten Argentinien damit nach Hause geschickt hat.

Und nun hoffen wohl die meisten auf einen deutschen Sieg gegen Spanien – man hat hier zu dem ehemaligen Mutterland ein etwas gespaltenes Verhältnis, da man vor zweihundert Jahren (1810 – 1820) einen zehnjährigen Krieg führen musste, damit aus „Nueva España“ Mexiko werden konnte, was Spanien erst 1824 anerkannte (siehe auch „Gründe zu feiern“).

Auf jeden Fall hoffen nun alle auf die nächste WM, in der dann vielleicht auch den Mexikanern solche Spiele gelingen wie den Deutschen gegen England und Argentinien!

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México lindo y querido – Ausflüge zu den Stränden nördlich von Puerto Vallarta

Es lohnt sich, mit einem gemieteten Auto die nähere und weitere Umgebung von Puerto Vallarta zu erkunden und dabei reizvolle Dörfer und wunderschöne Strände zu entdecken und freundlichen Menschen zu begegnen.
Bis nach PUNTA DE MITA sind es etwa 45 km, dort erwarten sie rustikale Strandrestaurants, wo sie in Fisch und Meeresfrüchten schwelgen und alle möglichen alkoholfreie und alkoholische Getränke geniesen können. Sie können es sich an einem Tisch bequem machen zum Essen und dann in einen Liegestuhl umziehen, den Surfern zugucken oder in dem relativ flachen und recht ruhigen Wasser schwimmen oder auf einer Luftmatratze entspannen oder einen Kayak mieten.
Im Winter, wenn die Wale in der Bucht sind, können sie hier auch in einem Boot zur Walbeobachtung starten.
Um nach Punta de Mita zu kommen, fahren sie am internationalen Flughafen vorbei auf der vierspurigen Schnellstrasse nach Norden Richtung Tepic. Einige Kilometer hinter dem Flughafen überqueren sie den Fluss Ameca, der die Grenze zwischen den Bundesstaaten Jalisco und Nayarit und damit der zentralen und pazifischen Zeitzone bildet – in Nayarit ist es dann eine Stunde früher als in Puerto Vallarta/Jalisco. Der Rio Ameca ist der grösste Fluss, der durch das von Schwemmland gebildete Bandereas Tal (BAHÍA DE BANDERAS) fliesst, im Winter führt er meist nur sehr wenig Wasser, in der Regenzeit führen die aus den Bergen kommenden Wassermassen auch schon mal zu Überschwemmungen der fruchtbaren Felder und Weiden , die an seinen Ufern liegen.
Sie können dann einen Stop in BUCERÍAS einlegen (auch dort befindet sich ein Strandrestaurant neben dem anderen, und es werden allerlei artesanias – Kunsthandwerk – angeboten) und/oder in Cruz de Huanacaxtle, wenn sie hinter Bucerías von der Schnellstrasse Richtung Punta de Mita abgebogen sind. In CRUZ DE HUANACAXTLE gibt es einen sehenswerten Yachthafen, auch dort gibt es Restaurants mit typischen Gerichten aus der Region.
Dann fahren sie zwischen dem Meer und dem Landrücken entlang, der die Halbinsel Punta de Mita bildet, bis sie kurz hinter der Einfahrt  zum Hotel Four Seasons (das einen sehr reizvollen und sehr berühmten Golfplatz besitzt) in das Dorf Punta de Mita kommen, wo sie links Richtung Strand abbiegen.
Auf dieser Strecke sind in den letzten Jahren eine ganz Reihe z.T. recht luxuriöser Ferienanlagen entstanden, aber Punts de Mita ist immer noch ein traditionelles Fischerdorf, dessen Restaurants bei Einheimischen und Touristen gleichermassen beliebt sind.
Wenn Sie einige Stunden das rustikale Strandleben genossen haben, dann können Sie auf der Rückfahrt hinter Bucerias nach NUEVO VALLARTA abbiegen, wo sie z.T. recht mondäne Hotelanlagen, Ferienwohnungen und Privatvillen bestaunen können. Auch hier befindet sich ein Hafen, und einige Privathäuser haben private Anlegestellen für ihre Boote, die auf den Kanälen zu erreichen sind, die sich durch die Mangroven ziehen.
Und wenn sie dann noch nicht genug von Yachten haben, dann können Sie – mittlerweile in Vallarta angekommen – noch einen Abstecher in die MARINA VALLARTA machen.
Wenn Sie aus welchen Gründen auch immer kein Auto mieten wollen, dann können Sie auch für relativ wenig Geld mit dem öffentlich Bus nach Punta de Mita fahren – nur wird es dann etwas schwieriger mit Zwischenauenthalten und Abstechern!
Ein sehr schöner Ausflug ist die Fahrt nach LO DE MARCOS, das etwa 65 km von Puerto Vallarta entfernt auf der Strecke nach Tepic liegt. Sie bleiben dann aber auf der Bundesstrasse 200, anstatt hinter Bucerías nach Punta de Mita abzubiegen, wo sich die Schnellstrasse zu einer Landstrasse verengt, die kurvenreich über den Landrücken auf die andere Seite der Halbinsel führt, meist durch dichten Urwald – eine sehr reizvolle Strecke. Auch hier fahren natürlich öffentliche Busse, mit denen man zu den genannten Orten kommt.
Wenn Sie das Hinweisschild auf SAYULITA sehen, dann haben Sie den Landrücken überquert und sind wieder in der Nähe der Küste. Es lohnt sich durchaus, einen Abstecher in das in der Nähe der Landstrasse gelegene Dörfchen zu machen, um dort am Strand eine Erfrischung zu sich zu nehmen und/oder eine kleine Strandwanderung zu unternehmen.
Als nächstes Dorf am Strand kommt dann SAN FRANCISCO , das oft auch San Pancho genannt wird  - Pancho ist (wie auch Paco) die Koseform von Francisco – und für sehr imposante Brandung bekannt ist. Hier gibt es mehrere rustikale Restaurants am Strand mit typischen Speisen.  Sowohl in Sayulita als auch in San Pancho haben sich in den letzten Jahren immer mehr Ausländer (vor allem US-Amerikaner und Kanadier) niedergelassen, aber trotzdem haben die Dörfer ihren ursprünglichen Charakter bewahrt.
Wenige Kilometer nach San Fransisco kommt dann LO DE MARCOS, das an einer wunderschönen Bucht liegt, an deren Strand sich meist nur sehr wenige Menschen befinden. Mittlerweile gibt es im Ortskern recht hübsche kleine Hotels, aber Sie fahren die Dorfstrasse weiter, bis Sie direkt hinter der Kirche am Strand ankommen. Hier befindet sich ein recht rustikales kleines Restaurant. Von hier aus kann man eine sehr schöne Strandwanderung unternehmen – wendet man sich nach rechts, dann kommt man bald an einer Lagune mit sehr vielen Wasservögeln vorbei, bis nach etwa einem Kilometer Felsrücken den Strand beenden.
Wendet man sich an dem Restaurant nach links, dann kommt man an kleinen Hotels und einigen Privathäusern und Campinplätzen vorbei, bis man dann das andere Ende der Bucht erreicht, das von vor Ewigkeiten stattgefundem Vulkanismus zeugt: die Felsen sind hier aus schwarzen Lavagestein und man kann dort sehr schön Krebse beobachten. Ganz in der Nähe von Lo de Marcos wurde übrigens der Robinso Crusoe Film gedreht, der in den 60er Jahren im deutschen Fernsehen zu sehen war. Überall am Strand stehen Palmen und man hat auch immer wieder eine  Blick auf die mit Urwald bewaldeten Hügel und Berge, der Urwald reicht übrigens auch bis an das Ende der Bucht.
Auf dem Rückweg können Sie sich ja in einer der sehr rustikalen Palapas niederlassen (die aber keine richtige Toilette haben ) oder gleich zum Ausgangspunkt zurückkehren.
Genau das haben wir vor wenigen  Tagen wieder einmal  gemacht, wobei uns gesagt wurde, dass man keine Lizenz mehr habe, Bier auszuschenken (wohl eine Vorsichtsmassnahme, damit nicht Leute angelockt werden, die nur kommen, um nur Bier zu trinken und den Gästen, die essen wollen, den Platz wegzunehmen), aber gleich um die Ecke konnten wir uns welches kaufen und im Restaurant – auch das eine einfache Palapa – im Kühlschrank aufbewahren. Und Gläser und Limonen gab es auch. Kostenlos, versteht sich!  Wir haben uns dann mit unserem afroamerikanischen Freund und seiner weissen Frau Fisch und Meeresfrüchte schmecken lassen, während immer mehr Mexikaner in ganzen Familienverbänden ins Restaurant kamen. Einige brachten ihr Bier gleich in Boxen mit und boten uns von ihrem Vorrat an – kostenlos, versteht sich!
Diese Freundlichkeit hatten wir schon in unseren ersten Weihnachtsferien 1982 in Mexiko kennengelernt, als uns der pure Zufall auf den Campingplatz „Mi pequeño paraiso“ (Mein kleines Paradies)  in Lo de Marcos führte, wohin wir in den folgenden Jahren dann immer wieder fuhren. Da bekam man schon mal an Weihnachten am Strand einen Plastikteller mit gegrilltem Fisch in die Hand gedrückt – schliesslich war ja Weihnachten! Und den Weihnachtsabend verbrachten wir wie alle Leute im Dorf auf dem Dorfplatz, wo eine Gruppe Salsa-Musik spielte, zu der das ganze Dorf tanzte – und wir und unsere deutschen Bekannten auch! Das war ein sehr starker Kontrast zu dem, was wir aus Deutschland kannten, wir haben es aber sehr geschätzt!
Hier gehen nicht nur im wörtlichen, sondern auch im übertragenen Sinn die Uhren anderes als im betriebsamen (aber bei weitem nicht hektischen!!!) Puerto Vallarta oder gar in Deutschland!
Und nun sollten wir vielleicht auch die Übersetzung der Überschrift bringen! México lindo y querido ist der Titel eines Mariachi-Liedes: „Schönes und geliebtes Mexiko“.

Es lohnt sich, mit einem gemieteten Auto die nähere und weitere Umgebung von Puerto Vallarta zu erkunden und dabei reizvolle Dörfer und wunderschöne Strände zu entdecken und freundlichen Menschen zu begegnen.

Bis nach PUNTA DE MITA sind es etwa 45 km, dort erwarten sie rustikale Strandrestaurants, wo sie in Fisch und Meeresfrüchten schwelgen und alle möglichen alkoholfreie und alkoholische Getränke geniesen können. Sie können es sich an einem Tisch bequem machen zum Essen und dann in einen Liegestuhl umziehen, den Surfern zugucken oder in dem relativ flachen und recht ruhigen Wasser schwimmen oder auf einer Luftmatratze entspannen oder einen Kayak mieten.

Im Winter, wenn die Wale in der Bucht sind, können sie hier auch in einem Boot zur Walbeobachtung starten.

Um nach Punta de Mita zu kommen, fahren sie am internationalen Flughafen vorbei auf der vierspurigen Schnellstrasse nach Norden Richtung Tepic. Einige Kilometer hinter dem Flughafen überqueren sie den Fluss Ameca, der die Grenze zwischen den Bundesstaaten Jalisco und Nayarit und damit der zentralen und pazifischen Zeitzone bildet – in Nayarit ist es dann eine Stunde früher als in Puerto Vallarta/Jalisco. Der Rio Ameca ist der grösste Fluss, der durch das von Schwemmland gebildete Bandereas Tal (BAHÍA DE BANDERAS) fliesst, im Winter führt er meist nur sehr wenig Wasser, in der Regenzeit führen die aus den Bergen kommenden Wassermassen auch schon mal zu Überschwemmungen der fruchtbaren Felder und Weiden , die an seinen Ufern liegen.

Sie können dann einen Stop in BUCERÍAS einlegen (auch dort befindet sich ein Strandrestaurant neben dem anderen, und es werden allerlei artesanias – Kunsthandwerk – angeboten) und/oder in Cruz de Huanacaxtle, wenn sie hinter Bucerías von der Schnellstrasse Richtung Punta de Mita abgebogen sind. In CRUZ DE HUANACAXTLE gibt es einen sehenswerten Yachthafen, auch dort gibt es Restaurants mit typischen Gerichten aus der Region.

Dann fahren sie zwischen dem Meer und dem Landrücken entlang, der die Halbinsel Punta de Mita bildet, bis sie kurz hinter der Einfahrt  zum Hotel Four Seasons (das einen sehr reizvollen und sehr berühmten Golfplatz besitzt) in das Dorf Punta de Mita kommen, wo sie links Richtung Strand abbiegen.

Auf dieser Strecke sind in den letzten Jahren eine ganz Reihe z.T. recht luxuriöser Ferienanlagen entstanden, aber Punts de Mita ist immer noch ein traditionelles Fischerdorf, dessen Restaurants bei Einheimischen und Touristen gleichermassen beliebt sind.

Wenn Sie einige Stunden das rustikale Strandleben genossen haben, dann können Sie auf der Rückfahrt hinter Bucerias nach NUEVO VALLARTA abbiegen, wo sie z.T. recht mondäne Hotelanlagen, Ferienwohnungen und Privatvillen bestaunen können. Auch hier befindet sich ein Hafen, und einige Privathäuser haben private Anlegestellen für ihre Boote, die auf den Kanälen zu erreichen sind, die sich durch die Mangroven ziehen.

Und wenn sie dann noch nicht genug von Yachten haben, dann können Sie – mittlerweile in Vallarta angekommen – noch einen Abstecher in die MARINA VALLARTA machen.

Wenn Sie aus welchen Gründen auch immer kein Auto mieten wollen, dann können Sie auch für relativ wenig Geld mit dem öffentlich Bus nach Punta de Mita fahren – nur wird es dann etwas schwieriger mit Zwischenauenthalten und Abstechern!

Ein sehr schöner Ausflug ist die Fahrt nach LO DE MARCOS, das etwa 65 km von Puerto Vallarta entfernt auf der Strecke nach Tepic liegt. Sie bleiben dann aber auf der Bundesstrasse 200, anstatt hinter Bucerías nach Punta de Mita abzubiegen, wo sich die Schnellstrasse zu einer Landstrasse verengt, die kurvenreich über den Landrücken auf die andere Seite der Halbinsel führt, meist durch dichten Urwald – eine sehr reizvolle Strecke. Auch hier fahren natürlich öffentliche Busse, mit denen man zu den genannten Orten kommt.

Wenn Sie das Hinweisschild auf SAYULITA sehen, dann haben Sie den Landrücken überquert und sind wieder in der Nähe der Küste. Es lohnt sich durchaus, einen Abstecher in das in der Nähe der Landstrasse gelegene Dörfchen zu machen, um dort am Strand eine Erfrischung zu sich zu nehmen und/oder eine kleine Strandwanderung zu unternehmen.

Als nächstes Dorf am Strand kommt dann SAN FRANCISCO , das oft auch San Pancho genannt wird  - Pancho ist (wie auch Paco) die Koseform von Francisco – und für sehr imposante Brandung bekannt ist. Hier gibt es mehrere rustikale Restaurants am Strand mit typischen Speisen.  Sowohl in Sayulita als auch in San Pancho haben sich in den letzten Jahren immer mehr Ausländer (vor allem US-Amerikaner und Kanadier) niedergelassen, aber trotzdem haben die Dörfer ihren ursprünglichen Charakter bewahrt.

Wenige Kilometer nach San Fransisco kommt dann LO DE MARCOS, das an einer wunderschönen Bucht liegt, an deren Strand sich meist nur sehr wenige Menschen befinden. Mittlerweile gibt es im Ortskern recht hübsche kleine Hotels, aber Sie fahren die Dorfstrasse weiter, bis Sie direkt hinter der Kirche am Strand ankommen. Hier befindet sich ein recht rustikales kleines Restaurant. Von hier aus kann man eine sehr schöne Strandwanderung unternehmen – wendet man sich nach rechts, dann kommt man bald an einer Lagune mit sehr vielen Wasservögeln vorbei, bis nach etwa einem Kilometer Felsrücken den Strand beenden.

Wendet man sich an dem Restaurant nach links, dann kommt man an kleinen Hotels und einigen Privathäusern und Campinplätzen vorbei, bis man dann das andere Ende der Bucht erreicht, das von vor Ewigkeiten stattgefundem Vulkanismus zeugt: die Felsen sind hier aus schwarzen Lavagestein und man kann dort sehr schön Krebse beobachten. Ganz in der Nähe von Lo de Marcos wurde übrigens der Robinso Crusoe Film gedreht, der in den 60er Jahren im deutschen Fernsehen zu sehen war. Überall am Strand stehen Palmen und man hat auch immer wieder eine  Blick auf die mit Urwald bewaldeten Hügel und Berge, der Urwald reicht übrigens auch bis an das Ende der Bucht.

Auf dem Rückweg können Sie sich ja in einer der sehr rustikalen Palapas niederlassen (die aber keine richtige Toilette haben ) oder gleich zum Ausgangspunkt zurückkehren.

Genau das haben wir vor wenigen  Tagen wieder einmal  gemacht, wobei uns gesagt wurde, dass man keine Lizenz mehr habe, Bier auszuschenken (wohl eine Vorsichtsmassnahme, damit nicht Leute angelockt werden, die nur kommen, um nur Bier zu trinken und den Gästen, die essen wollen, den Platz wegzunehmen), aber gleich um die Ecke konnten wir uns welches kaufen und im Restaurant – auch das eine einfache Palapa – im Kühlschrank aufbewahren. Und Gläser und Limonen gab es auch. Kostenlos, versteht sich!  Wir haben uns dann mit unserem afroamerikanischen Freund und seiner weissen Frau Fisch und Meeresfrüchte schmecken lassen, während immer mehr Mexikaner in ganzen Familienverbänden ins Restaurant kamen. Einige brachten ihr Bier gleich in Boxen mit und boten uns von ihrem Vorrat an – kostenlos, versteht sich!

Diese Freundlichkeit hatten wir schon in unseren ersten Weihnachtsferien 1982 in Mexiko kennengelernt, als uns der pure Zufall auf den Campingplatz „Mi pequeño paraiso“ (Mein kleines Paradies)  in Lo de Marcos führte, wohin wir in den folgenden Jahren dann immer wieder fuhren. Da bekam man schon mal an Weihnachten am Strand einen Plastikteller mit gegrilltem Fisch in die Hand gedrückt – schliesslich war ja Weihnachten! Und den Weihnachtsabend verbrachten wir wie alle Leute im Dorf auf dem Dorfplatz, wo eine Gruppe Salsa-Musik spielte, zu der das ganze Dorf tanzte – und wir und unsere deutschen Bekannten auch! Das war ein sehr starker Kontrast zu dem, was wir aus Deutschland kannten, wir haben es aber sehr geschätzt!

Hier gehen nicht nur im wörtlichen, sondern auch im übertragenen Sinn die Uhren anderes als im betriebsamen (aber bei weitem nicht hektischen!!!) Puerto Vallarta oder gar in Deutschland!

Und nun sollten wir vielleicht auch die Übersetzung der Überschrift bringen! México lindo y querido ist der Titel eines Mariachi-Liedes: „Schönes und geliebtes Mexiko“.

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Gründe zu feiern …

…bieten in Mexiko 2010 gleich zwei Jubiläen: Am 16. September kann Mexiko den 200. Jahrestag des Beginns des Unabhängkeitskrieges begehen und am 20. November den 100. Jahrestages des Beginns der mexikanischen Revolution. Jährlich finden an diesen beiden Daten Paraden und Umzüge statt, an denen vor allem auch die Schulen teilnehmen.

Und am 15. September, an dem abends um elf Uhr der Beginn der Feier eingeläutet und ein grosses Feuerwerk veranstaltet wird, versammeln sich viele Menschen auf den zentralen Plätzen im ganzen Land, um die Unabhängigkeit von Spanien zu feiern.

2010 Puerto Vallarta

2010 Puerto Vallarta

Sylvester 2010 am Malecon

Sylvester 2010 am Malecon

In diesem Jahr sollen die Feiern natürlich ganz besonders gross und schön gestaltet werden. Nun wird das von einigen Leuten kritisiert, denn Mexiko ist von der weltweiten Krise stark betroffen. Nachdem die extreme Armut kontinuierlich gesenkt worden war, sind innerhalb kurzer Zeit etwa  sechs Millionen Mexikaner wieder in diese Armut (pro Person nur einen Dollar pro Tag) abgerutscht – womit die Rate nun wieder bei 19 Prozent der etwa 110 000 Millionen Mexikaner liegt. Weitere 30 Prozent etwa leben in relativer Armut, verdienen also weniger als der Durchschnitt der Bevölkerung.
So hat auch der gegenwärtige Präsident Felipe Calderón den Kampf gegen die Armut zum obersten Ziel erklärt. Dies soll vor allem durch Schaffung von Arbeitsplätzen bei der Verbesserung der Infrastruktur landesweit geschehen – aber auch durch finanzielle Hilfen an ganz arme Familien, besonders dann, wenn sie Kinder in der Ausbildung haben – und durch Erweiterung und Verbesserung des Gesundheitswesens und des Bildungssystems. Zur Finanzierung dieser Vorhaben wurde die Mehrwertsteuer von 15 auf 16 % erhöht.
Ein grosses Problem für Mexiko ist, dass es ein Exportland ist und achtzig Prozent der Exporte in die USA gehen – so lange also die wirtschaftlichen und finanziellen Probleme dort anhalten, so lange wird sich Mexiko nicht so recht erholen können – es sei denn, dass die Binnennachfrage zumindest einen Teil des Verlustes, der durch den Rückgang der Exporte bedingt ist, ausgleicht – das ist aber sehr schwierig in einem Land wie Mexiko und vor allem nicht kurzfristig erreichbar.
Was 2009 noch hinzukam, das war der stark gesunkene Ölpreis. Die Erdölindustrie ist staatlich und ist die wichtigste Einnahmequelle des Landes.
Aber auch der Tourismus, ebenfalls eine sehr wichtige Einnahmequelle, hatte – bedingt durch die weltweite Finanzkrise und die Schweinegrippepanik – ganz starke Einbussen erlitten, zumal auch immer wieder der Krieg gegen die Drogenmafia Schlagzeilen macht. Dieser Krieg spielt sich  vor allem an der Grenze zu den USA ab , aber kaum ein Tourist hat eine Vorstellung von der Grösse des Landes.
Was noch hinzu kam, das waren ausgefallene Ernten, weil in vielen Teilen des Landes während der Regenzeit im Sommer nicht rechtzeitig und nicht genügend Regen fiel.

Ein ganzes Spektrum also an Problemen das da bewältigt werden musste und muss.
Hoffen wir, dass trotz aller Unkenrufe sich die Situation weltweit verbessert und auch Mexiko davon profitiert – und fröhlich die beiden Jubiläen feiern kann.

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Weihnachten in Mexiko

Weihnachten ist natürlich auch in Mexiko ein Höhepunkt des Jahres – und wird entsprechend intensiv und fröhlich und oft auch laut gefeiert.

Die meisten mexikanischen Familien stellen schon zu Beginn der Adventszeit einen Weihnachtsbaum auf – eine neue Sitte, die über die USA aus Europa gekommen ist. Sehr viel älter ist die Sitte, eine möglichst grosse Krippe aufzu bauen – in bestimmten Regionen nehmen diese Krippen gleich ein ganzes Zimmer mein.weihnachtsbaum

 

Eine sehr mexikanische Tradition haben die „pastorelas“, höchst amüsante Krippenspiele, bei dem auch ein kleines vorwitziges Teufelchen eine zentrale Rolle spielt. Bei Betriebsfeiern ist es üblich, Verse auf die verschiedenen Kollegen in das Spiel einzubauen, und bei öffentlichen Pastorelas sind es dann die örtlichen oder regionalen Grössen, über die man sich ausgiebig lustig macht, so dass das ganze fast schon an eine Karnevalsveranstaltung erinnert. Weiterlesen

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Die Jungfrau von Guadalupe – Puerto Vallarta feiert ihren Geburtstag

Jedes Jahr beginnen am 1. Dezember die Prozessionen zur „Parroquia de la Virgen de Guadalupe“ (der Hauptkirche) in Puerto Vallarta, die in der Nacht zum und am 12. Dezember, dem „Geburtstag“ der Virgen, ihren Höhepunkt haben, dann nimmt fast die ganze Bevölkerung an den nicht enden wollenden Prozessionen teil.

Bevor wir diese sehr lauten und fröhlichen Prozessioen näher beschreiben wollen, müssen wir was zum Katholizismus und zur Rolle der Jungfrau von Guadalupe in Mexiko schreiben. Weiterlesen

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Buckelwale in Puerto Vallarta

Gestern hat sich der erste Buckelwal in der Nähe des Malecons und des

Buckelwal im Sprung

Buckelwal im Sprung

Haustrandes Playa de los Muertos in Puerto Vallarta gezeigt und viel Beifall bekommen, denn immer wieder sprang er ganz elegant und oft mit dem ganzen Körper aus dem Wasser heraus, um dann wieder eine Weile abzutauchen und dabei die Schwanzflosse (Fluke) zu zeigen.Nach etwa fünfzehn Minuten konnte man dann wieder eine Wasserfontäne und schliesslich seinen Rücken sehen und dann auch wieder seine Sprünge bewundern – ein faszinierendes Schauspiel, das man hier von November  bis März beobachten kann, dann wandern die etwa 60 bis 80 Wale mit den neugeborenen Kälbern wieder Richtung Arktis, wo sie dann auch wieder Nahrung finden, denn sie ernähren sich überwiegend von Krill, der nur in kalten Gewässern vorkommt. Bei der Nahrungsaufnahme gelangt der Krill mit dem Meerwasser in den Mundraum der riesigen Säuger – Buckelwale werden bis zu fünfzehn Meter lang  – und dann wird das Wasser durch die Barten aus dem Mundraum gepresst. Barten sind etwa ein Meter lange bewegliche schmale Hornplatten, die die Bartenwale anstelle von Zähnen haben . Weiterlesen

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Maya-Kalender

Vor weit mehr als zweitausend Jahren entwickelte das Volk oder besser gesagt die Priester der Olmeken die Anfänge eines sehr genauen Kalenders, der dann von den Maya übernommen und weiter entwickelt wurde. Der Kalender basierte auf astronomischen Beobachtungen und natürlich auch einer grossen Fertigkeit in entsprechenden Berechnungen. In Chichén Itzá kann man ein richtiges Observatorium bewundern, das etwa tausend Jahre

Zahl Zeichen der Maya im Codex Dresden

Zahl Zeichen der Maya im Codex Dresden

alt ist – u.a. diente es zur Beobachtung des Planeten Venus, der den mesoamerikanischen Völkern besonders heilig und damit wichtig war. Bei den Maya hatte er den Namen Kukulcan, was man mit „gefiederte Schlange“ übersetzen kann, bei den Azteken, die die Grundgedanken des Maya-Kalenders übernahmen, Quetzalcoatl. Bekannter noch ist allerdings das „Castillo“, die Pyramide des Kukulcan, wo im März und im September  bei Sonnenuntergang des Tages der Tagundnachtgleiche die Sonne so auf die Westseite der Pyramide scheint, dass auf der Nordseite (dem Augang zur Pyramide) durch den Schattenwurf eine Schlange – Kukulcan – aus dem Tempel zu kommen und die Treppen herabzugleiten scheint.

Das Zeitmass der Maya waren eigentlich gleich drei Kalender, die aber wie Zahnräder ineinander übergriffen: ein Ritualkalender von 260 Tagen, der Sonnenkalender von 365 Tagen und die „Lange Zählung“ mit der äusserst grosse Zeiträume berechnet und dargestellt werden konnten.

Ausgangspunkt der Zeitberechnung war der 13. August 3114 v.Chr (nach anderen Berechnungen der 11. August 3114). – Warum die Schöpfung (immerhin bereits die vierte in der Maya-Mythologie!) unserer jetzigen Welt gerade zu diesem Zeitpunkt angesetzt wurde, das entzieht sich weitgehnd der Kenntnis der Wissenschaftler, manche vermuten, dass die Maya-Astronomen eine besondere, für die Mythologie wichtige, Sternen-und Planetenkonstellation errechnet hatten. Enden soll unser Zeitalter am 21. Dezember (oder – so andere Berechnungen – am 23. Dezember) 2012. Dann beginnt das fünfte Zeitalter, manche glauben, dass dann eine Zeit der Harmonie und Gerechtigkeit beginnt, also so eine Art Age of Aquarious, andere befürchten den Weltuntergang.

Aber wie bewältigten diese frühen Völker solch genaue Berechnungen? Durch ein ganz simples System: Ein Punkt bedeutete eins, vier Punkte vier, ein Querbalken fünf Punkte und eine Muschel Null. Dass die Maya die Null kannten, ist eine ziemlich erstaunliche Tatsache, denn viele andere Völker hatten diese Recheneinheit nicht, auch nicht die Römer, erst durch die Araber wurde die Null zu einem Rechenfaktor im Abendland., in Europa begann man aber erst im 17. Jahrhundert mit der Null zu rechnen!

Sehen wir uns die Mayazahlen an:

…. bedeutet neun, zwei Balken mit vier Punkten vierzehn, drei Balken mit vier Punkten neunzehn. Die Zahl zwanzig wurde durch einen Punkt oberhalb einer Muschel, also der Null dargestellt, denn sie rechneten nicht wie wir mit dem Zehnersystem, sondern mit dem Zwanzigersystem. Und so wie wir eine 1 vor die Null stellen, um die Zahl zehn darzustellen, so setzen die Mayas den Punkt (oder eben Balken mit und ohne Punkte) über die Zahl, die mit eins zu multiplizieren war. Und wie wir eine 1 vor zwei andere Zahlen stellen, um eine Anzahl im Hunderterbereich darzustellen, so setzten die Maya Punkte oder Balken wieder über die beiden anderen Zahlen – nur musste man die jeweilige Zahl nicht mal 10 (oder 10 x 10 oder 10 x 10 x10 usw.) nehmen, sondern mal 20 (oder 20 x 20 oder 20 x 20 x 20 usw.). Sie konnten also beliebig grosse Summen ausdrücken und berechnen – dazu waren die Römer mit ihren römischen Zahlen kaum in der Lage. Und auch wir brauchen neun verschiedene Zeichen plus das Nullzeichen, die Maya kamen mit zwei aus – Punkt und Balken – plus der Muschel für Null!

Doch zurück zu den Kalenderrunden. Der Sonnenkalender (Haab) bestand

aus 18 Monaten zu je 20 Tagen plus 5 (oder 6, denn das Sonnenjahr umfasst ja 365,2421 Tage) „unnütze“ Tage, die auch als solche begangen wurden, da sie als „schlechte“ Tage galten. Jeder Tag hatte eine Nummer und einen Monatsnamen – so wie wir z.B. vom 21. Oktober sprechen hatte man 2 pax. Kombinierte man den Haab mit dem Ritualkalender (Tzolkin), wo  jeder Tag eine Nummer und einen speziellen Namen hatte, wobei die Nummerienung bis zur Zahl dreizehn ging, es aber 20 verschiedene Namen waren, so kehrte das gleiche Datum erst nach genau 52 Jahren wieder – das war dann etwa so was wie ein Jahrhundert für uns.

Wenn wir 21.Oktober 99 sagen, dann wissen wir nicht mit Sicherheit, ob damit das Jahr 1999, 1899 oder 1799 gemeint war.

Dieses Problem lösten die Maya damit, dass sie die Lange Zählung zuhilfe nahmen. So zählte man das Jahr (tun) zu 18 Monaten (uinal) mit je 20 Tagen (kin), kam so also auf 260 Tage, die man dann mit 20 multiplizierte,  um auf ein katun zu kommen, oder mit 20 x 20, um auf ein baktun zu kommen usw., wobei der Ausgang für diese Zählung eben im August des Jahres 3114 lag, und im Dezember 2012 wird eben diese Epoche zuende gehen, weil dann 13 baktun oder 5125 Jahre voll sind und die Zählung wieder von vorn beginnt. Der 13. August (oder 11. August) 3114 v.Chr. war der Tag/kin 0, Monat/uinal 0, Jahr/tun 0, „Jahrhundet“/katun 0, „Jahrtausend“/baktum 0, der 14 August dann eben Tag 1 usw.

Maya Glyphen in Palenque

Maya Glyphen in Palenque

So waren die Maya-Astronomen auch in der Lage, Sonnen- und Mondfinsternisse zu berechnen und die Bewegungen der Venus, die ja zwischen Sonne und Erde ihre Bahnen um die Sonne zieht und deshalb aus unserer Sicht immer in relativer Nähe zur Sonne ist (von daher ist sie zeitweise Morgenstern, zeitweise Abendstern, zeitweise unsichtbar)  und nicht über den ganzen Nachthimmel zieht wie die äusseren Planeten.

Es dauert 104 Jahre, also 2 x 52 Jahre, bis sie wieder anfängt die gleichen Bewegungen am Himmel zu vollziehen – all das haben die Maya-Astronomen akribisch beobachtet und festgehalten – oft genug  auch in ganz besonderer „Schönschrift“, wo statt der simplen Striche und Punkte Glyphen beutzt wurden, die dann für eine Zahl standen – wie z.B. im sogenannten Dresdner Kodex, eine der vier erhaltenen Maya-Handschriften. Der Kodex stammt aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts und enthält Berchnungen zu dem Planeten Venus, die wahrscheinlich von Priester-Astronomen verfasst wurden.

Die meisten Aufzeichnungen der Maya sind von den Eroberern verbrannt worden, so dass nur sehr mühsam das Wissen dieses Volkes entschlüsselt werden kann. Und natürlich war es eine äusserst schwierige Aufgabe, das Rätsel der Schrift zu lösen. Berühmt sind die Inschriften von Palenque, die sich aber in erster Linie mit der geschichte dieser prachtvollen Stadt und deren mythologischen Hintergrund beschäftigen.

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Totentage in Mexiko – Dia de los muertos – Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit

Novembertage in Deustchland sind meist grau und trist, entsprechend ist die Stimmung vieler Menschen, und das passt dann – nach deutscher Sichtweise – zur Tristesse an Allerseelen und Allerheiligen.

Novembertage in Mexiko sind meist geprägt von strahlend blauem Himmel

Mexikanische Opfergaben

Mexikanische Opfergaben

und Sonnenschein, die Regenzeit ist zuende, aber noch ist alles grün und frisch und farbenfroh – also beste Voraussetzung für eine gehobene oder gar fröhliche Stimmung. Und genau die herrscht an den Totentagen am 1. und 2. November. Dann nämlich kommen die Toten aus ihrer Daseinssphäre  in die der Lebenden, um mit diesen ein schönes Fest zu feiern, zuhause, wo Altäre aufgebaut sind mit den Lieblingsspeisen und Getränken der Verstorbenen, alles geschmückt mit Kerzen und Tagetes, die hier Cemposúchitl heissen, und auf dem Friedhof, wo alle Gräber farbenfroh geschmückt sind, wo man gemütlich auf den mitgebrachten Stühlen zusammensitzt, isst und trinkt und singt und eben mit den Verstorbenen feiert, tags und nachts. Nach mexikanischer Auffassung ist der Tod nur ein anderer Daseinszustand, da das Leben ein ewiges Werden und Vergehen ist, ein spiralförmiges Immerwiederkehren, so wie die Sonne am Abend versinkt und in anderen Welten ist, um am nächsten Morgen wieder am östlichen Horizont wiederzukehren. Und so ist auch der Tod einfach nur Teil des Seins eines Individuums, das sich nach seiner irdischen Existenz eben in einer anderen Sphäre  aufhält und einmal im Jahr quasi zu Besuch kommt. Für die Toten, die keine Familie mehr haben, stehen auch Speisen auf dem Altar, so dass sie als besonderer Gast mitfeiern können.

Man schenkt sich dann auch unter Freunden Totenköpfe aus Zuckerwerk oder Amaranth, oft steht dann auf der Stirn des Naschwerks der Name des Beschenkten- Skurrile Skelette sind allgegenwärtig, in der Familie wird das speziell für diesen Tag gebackene Totenbrot gegessen – dem Tod wird also regelrecht gehuldigt, aber gleichzeitig wird auch über ihn gelacht und gescherzt.

dia-de-los-muertosDieses Brauchtum (in vorspanischer Zeit wurde der Totentag am 5. August begangen) hat seine Wurzeln in indianischen Traditionen, wurde dann verquickt mit den christlichen Gedenktagen, hat dabei aber weitgehend seinen indianischen Charakter bewahrt und wesentlich dazu beigetragen, dass der Tod in Mexiko kein tabuisiertes Thema ist. So heisst eine wichtige Strasse in Mexiko-Stadt Barranca del  Muerto – Todessschlucht, hier in Puerto Vallarta heisst der zentrale Strand Playa de los Muertos – Strand der Toten.

Natürlich trauern die Menschen auch hier, wenn ein Verwandter oder Freund stirbt, von dem man ungern Abschied nimmt. Aber er kommt dann ja an den Totentagen wieder…

Dieses uralte Brauchtum wird nicht nur in sehr vielen Familien und wohl allen Schulen gepflegt, sondern auch von Städten und Gemeinden, wo – wie auch in Puerto Vallarta – Altäre (Ofrendas) aufgebaut sind und/oder künstliche Gräber angelegt werden.

An manchen Orten hat sich das etwas vermischt mit dem Halloweenbrauch, der aus den USA kommt, wo ja viele Mexikaner arbeiten. Dann werden eben auch karnevalartige Halloween-Parties gefeiert und die verkleideten Kinder mit Süssigkeiten beschenkt.

Von einigen wird das etwas bedauert, weil es als Verfälschung des mexikanischen Brauchtums gesehen wird, aber auch in diesem Bereich ist die Globalisierung wohl kaum aufzuhalten.Dia de los Muertos 2

Aber nun hat die UNESCO ja 2003 diese Tadition in die Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen, dies dürfte wesentlich dazu beitragen, das Erbe weiter zu pflegen und zu erhalten.

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Drogenhandel in Mexiko

Drogenkrieg in Michoacán

Drogenkrieg in Michoacán

Bis zu 40 Milliarden Doller verdienen die Drogenhandelbosse allein in Mexiko im Jahr – mehr als das Dreifache dessen, was das Land 2005 am internationalen Tourismus verdient hat (12,17 Milliarden Dollar). Dieses Geld kommt in erster Linie aus den USA, aus Kanada und natürlich auch aus Europa, – und die deutsche Bundesregierung (und die mexikanische nicht weniger) wäre froh über diese Summe, liesse sich doch so das gewaltige Haushaltsloch zumindest zum grossen Teil stopfen.

Kokain

Kokain

In manchen Teilen der Bevölkerung gilt es ja durchaus als schick, eine Linie Kokain zu ziehen oder synthetische Drogen zu konsumieren – keiner scheint ein schlechtes Gewissen zu haben, dass er damit eine Mörderbande finanziert, die auch nicht – wie in Mexiko – davor zurückschreckt, Kindern Drogen unterzujubeln in Form von bunten Bleistiften und Aufklebern, die LSD oder ähnliches enthalten, um die Kinder abhängig zu machen – von den über 11 000 Menschen allein im letzten Jahr in Mexiko, die in dem Krieg zwischen den verschiedenen Kartellen ihr Leben lassen mussten nicht zu reden und erst recht nicht von den vielen, vielen Tausend Opfern des Drogenmissbrauchs in aller Welt…

Psychologen sagen, dass Drogenhändler Psycho- bzw. Soziopathen sind, Menschen ohne jegliches Gewissen also, denen es nur darauf ankommt, Macht auszuüben und andere zu beherrschen und eben auch zu schikanieren – oder umzubringen.

Die Milliarden, die von den Kunden diesseits und jenseits des grossen Teiches aufgebracht werden, dienen der Finanzierung von ungefähr 300 000 Angehörigen und Drogenmilizen, ausgerüstet mit Waffen, die legal in den USA erworben und dann illegal über die Grenze gebracht werden – von dem berühmt berüchtigten AK 47 über Granaten, modernsten Schnellfeuerwaffen bis hin zu Maschinenpistolen und –gewehren, die auch Panzer knacken.

Gewehre, Schnellfeuerwaffen und Panzerfäuste

Gewehre, Schnellfeuerwaffen und Panzerfäuste

Gegen diese äusserst gewalttätigen Paramilitärs kämpft ein Heer von 40 000 mexikanischen Soldaten und eine Spezialeinheit der Polizei, bestehend aus 5 000 Personen. Von daher wird befürchtet, dass der Kampf gegen diese brutalen organisierten Verbrecher kaum zu gewinnen ist, denen man den Boden nur dadurch entziehen könnte, indem man den Handel mit Drogen legalisiert und natürlich (staatlich) kontrolliert, so etwa wie bei den Psychopharmaka, die man in den Apotheken gegen Rezept erwerben kann. Und natürlich müsste der so gut wie unkontrollierte Verkauf von Waffen in den USA unterbunden werden.

Verbunden mit diesem Droegengeschäft sind natürlich Geldwäscherei und jedwede Art von Korruption – entweder weil jemand dem Angebot von Geld nicht widerstehen kann oder aus Angst um sein Leben und/oder dem seiner Familie.

Nun ist in Mexiko der Besitz von Kleinstmengen von Drogen für den eigenen Bedarf nicht mehr illegal, allerdings wird der, der dabei ertappt wird, in die Drogenberatung geschickt, was ja sehr viel mehr Sinn macht als ein Gefängnisaufenthalt. In den USA werden ja viele Gefängnisse von privaten Sicherheitsfirmen verwaltet, die – so wird behauptet – ein massives Interesse daran haben, dass der Drogenhandel und –besitz auch mit von Kleinstmengen nicht legelisiert wird.

Wie dem auch sei, es bleibt zu wünschen, dass die Regierungen der verschiedenen Länder eine vernünftige Politik betreiben – auch zum Schutz derer, die eigentlich kein Interesse an Drogen haben, aber – wie die Kinder in Mexiko – zu deren Konsum verführt werden sollen.

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Dia de la Independencia – der nationale Feiertag Mexikos

Von der Eroberung Mexikos bis zur Unabhängigkeit

In jedem Jahr läuten am 15. September um elf Uhr abends in Mexiko überall die Glocken – nein, nicht die Kirchenglocken, sondern die der Rathäuser. Jedes Rathaus in jedem Dorf und in jeder Stadt verfügt über eine Glocke, ebenso jeder Gouverneurs-Palast in den Hauptstädten der 31 Bundesstaaten und der Nationalpalast in Mexiko-Stadt, dem Distrito Federal, der quasi der

Miguel Hidalgo

Miguel Hidalgo

32. Bundesstaat ist. Und zu dem Geläut der Glocke ruft der jeweilige Bürgermeister, Gouverneur oder eben der mexikanische Präsident „Viva México“, worauf ihnen aus den grossen Menschenansammlungen ein begeistertes „Viva“ entgegenschallt; „Viva la independencia“ – „Viva“ (Es lebe Mexiko, Es lebe die Unabhängigkeit) – das ist der berühmte „Grito“ (Ruf), der den Beginn der Unabhängigkeitsfeier verkündet.  Dann folgt die Aufzählung derer, die in dem Unabhängigkeitskrieg eine grosse Rolle spielten, aber auch der Helden der mexikanischen Revolution, immer verbunden mit lauten Viva-Rufen.

Nächstes Jahr feiert Mexiko den 200. Jahrestag des Beginns des Unabhängigkeitkrieges, der am 15. September 1810 von dem Priester Miguel Hildalgo regelrecht eingeläutet wurde. Er und andere Aufständische hatten den Beginn der blutigen Auseinandersetzungen gegen die spanische Vorherrschaft in Mexiko eigentlich für einen späteren Termin geplant, doch dann erfuhr Miguel Hidalgo durch die Frau eines Bürgermeisters, die die Sache der Aufständigen unterstützte, dass ihr Plan verraten worden war, und entschloss sich, den Befreiungskampf sofort auszurufen. Elf Jahre dauerte diese Auseinandersetzung, und Spanien erkannte die Unabhängigkeit Mexikos am 24. August 1821 an! Bis dahin galt den Spaniern Mexiko immer noch als Nueva España – Neuspanien.

Um zu verstehen, wie es zu diesen blutigen Auseinandersetzungen kam, muss man sich die Geschichte des Landes seit der Eroberung Mexikos durch den Spanier Hernán Cortés und seine Truppen in den zwanziger Jahren des 16. Jahrhunderts ansehen.

Hernan Cortes

Hernán Cortes

Hernán Cortes war am Gründonnerstag 1519 in der Nähe des heutigen Veracruz (das von ihm gegründet wurde und in Anspielung auf den Karfreitag seinen Namen erhielt) mit 500 Soldaten und 30 Reitern gelandet, ausgerüstet u.a. mit Schusswaffen und Kanonen. Durch vorherige Expeditionen wussten die Spanier, dass es in diesem Land Gold und Silber gab, und Cortés hatte den festen Vorsatz, in die Hauptstadt des Aztekenreiches zu ziehen und das Land zu erobern.

Moctezuma II., der aztekische Herrscher, der in der Hauptstadt Tenochtitlán residierte, versuchte Cortés durch grossartige Geschenke, die aus Gold und Silber bestanden, von diesem Plan abzubringen – erreichte damit aber natürlich genau das Gegenteil. Nach aztekischer Zeitrechnung war es das Jahr I Rohr – und in einem dieser alle 52 Jahre wiederkehrenden Jahre sollte der „weisse Gott“ Quetzalcoatl wiederkommen! Die Pferde, die man in Mexiko ja nicht kannte, und die Feuerwaffen, die man ebenfalls nicht kannte, die eisernen Rüstungen und das Auftreten der Spanier bestärkten den Verdacht, dass es sich bei den Ankömmlingen, deren „schwimmende Häuser“ man schon lange Zeit vorher an der Küste gesichtet und von denen man Moctezuma berichtet hatte, um Abgesandte dieses Gottes bzw. um ihn selbst handeln könnte..

Cortés zog also nach Tenochtitlán, ihm schlossen sich schliesslich indianische Verbündete an, die sich gegen die Vorherrschaft der Azteken wehren wollten. Von Moctezuma wurde er feierlich begrüsst und im Palast seines Vaters einquartiert – wo die Spanier bald die sehr gut bestückte Schatzkammer fanden. Es gelang Cortes, Moctezuma zu seiner Marionette zu machen, und dieser büsste bei den Azteken immer mehr von seinem Ansehen ein.

Tenochtitlan

Tenochtitlan

In Abwesenheit von Hernán Cortés – der war mit einem Grossteil seiner Truppen nach Veracruz gezogen, um einen anderen Spanier aus Mexiko zu vertreiben – kam es zu einem Aufstand, weil die Spanier aztekische Adlige umgebracht hatten. Dabei kam auch Moctezuma II. ums Leben – ob durch Steinwürfe seiner eigenen Untertanen oder durch einen Dolch der Spanier ist nicht geklärt. Das Quartier der Spanier wurde belagert, Hernán Cortés kam zurück und die Spanier wurden in der „Noche Triste“ (30. Juni 1520), der traurigen Nacht, aus Tenochtitlán vetrieben, viele verloren dabei ihr Leben.

Aber Cortés belagerte mit verbündeten indianischen Truppen, die er um sich sammelte,  die Hauptstadt des Aztekenreiches und konnte sie schliesslich am 13. August 1521 erobern – das war das Ende des aztekischen Reiches und der Stadt, die die Spanier als eine der schönsten der Welt gerühmt hatten. Tausende von Azteken kamen ums Leben, auf und aus den Trümmern der Stadt errichteten die Spanier festungsartige Gebäude, schliesslich mussten sie weitere Aufstände befürchten.

Den meisten Spaniern galten die Einheimischen als unbeseelte Wesen, die nicht mit Vernunft begabt waren und die sich von daher hervorragend als Sklaven in der Landwirtschaft und den Minen eigneten. Innerhalb nur weniger Jahrzehnte schrumpfte die Bevölkerung Neuspaniens von geschätzen 25 Millionen auf 2,5 Millionen – die Menschen starben an den von den Spaniern eingeschleppten Krankheiten – darunter die Pocken – genauso wie an der brutalen Ausbeutung als Sklaven.

Aber die indianischen Völker hatten die Mönche auf ihrer Seite – 1524 waren als erste die Franziskaner, dann die Dominikaner und schliesslich die Augustiner gekommen, um auf dem neu entdeckten Kontinent einen Gottesstaat, eine Art Paradies, zu errichten. Sie nahmen die einheimische Bevölkerung in Schutz, liessen auf dem flachen Land bei ihren Klöstern riesige Kirchen bauen, die fast wie Kathedralen anmuten und gleichzeitig auch Schutz vor spanischen Angriffen boten. Fray Bartolomé de las Casas, ein Dominikaner und erster Bischof in Chiapas, war der eifrigste Verteidiger der indianischen Bevökerung, und nicht zuletzt ihm ist es zu verdanken, dass Papst Paul II im Mai 1537 klarstellte, dass es sich bei der indianischen

Fray Bartolome de las Casas

Fray Bartolomé de las Casas

Bevölkerung sehr wohl um vernunftbegabte Menschen mit einer Seele handele. So kam es auch zu den Leyes Nuevos (Neuen Gesetzen), die Karl V. 1542 erliess, die die Versklavung der einheimischen Bevölkerung verboten – Gesetze, an die sich die Spanier aber kaum hielten, so dass sie wenige Jahre später zum Teil wieder zurückgenommen wurden.

Das meiste Land war in der Hand von Spaniern, denen diese riesigen „encomiendas“ /Güter zur Bewirtschaftung überlassen worden waren.

Gleichzeitig kam es immer mehr zur Vermischung der spanischen Bevölkerung mit der indianischen – heute sind 60% der Mexikaner Mestizen, etwa 30% sind indianisch, 9 % europäisch, 1% anderer Abkunft u.a. afrikanischer.

Regiert wurde Neuspanien durch einen von der spanischen Krone eingesetzten Vizekönig, auch alle höheren Ämter in Staat und Kirche wurden von aus Spanien entsandten Männern besetzt, als Kreole – also als in Mexiko geborener Abkömmling von spanischen Vorfahren – hatte man keine sehr grossen Aufstiegschancen.

Im 18. Jahrhundert dehnte sich Neuspanien von den heutigen Südstaaten der USA bis nach Costa Rica und Panama aus – ein riesiges Land also! Aber dieses Land war der grösste Absatzmarkt für spanische Produkte wie Wein und Oliven, deren Anbau hier verboten war. Exportiert aus Neuspanien wurden Zucker (das Zuckerrohr stammt aus Kuba) und natürlich Bodenschätze wie Gold und Silber aus den zahlreichen Minen des Landes. Gleichzeitig war Mexiko Zwischenstation für den Handeln mit den – gleichfalls spanischen – Philippinen und damit für Handelsgüter aus China. Die Handelsschiffe fuhren von Acapulco aus an der Westküste Mexikos entlang und überquerten schliesslich den Pazifik – ein nicht ganz ungefährliches Unternehmen, denn ausser Hurrikanen waren die Schiffe und Ihre Besatzung auch den zahlreichen Piraten ausgeliefert, die die Gewässer unsicher machten.

Mit der Zeit wuchs der Unmut der Kreolen über ihre ökonomische und soziale Situation derart, dass nicht wenige dem Beispiel der nördlichen Nachbarn folgen wollten. Als dann schliesslich Napoleon seinem Sohn Joseph die spanische Krone aufsetzte, einigten sich Liberale und Konservative (Anhänger der spanischen Bourbonen) – und der Unabhängigkeitskrieg begann am 16.September 1810 und endete 1821, 300 Jahre nach der Eroberung Tenochtitlans, das in Ciudád de México unbenannt worden war. Und so wurde Neuspanien denn auch in México umbenannt.

Der Name Mexiko stammt von den Mexica („Mechika“ gesprochen), so nannten sich die Azteken, die Tenochtitlán gegründet und das riesige Reich erobert hatten, wo dann etwa 200 Jahre nach der Gründung der aztekischen Hauptstadt Hernän Cortés die Macht übernommen hatte.

Was nach dem Unabhängigkeitskrieg folgte, war ein Jahrhundert voller politischer Wirren und militärischer Auseinandersetzungen, die schliesslich 1910 in die mexikanische Revolution mündeten – dies soll aber ein Thema für den Dia de la  Revolutión im November sein.

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