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	<title>Puerto Vallarta Blog &#187; Azteken</title>
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		<title>Dia de la Independencia – der nationale Feiertag Mexikos</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Oct 2009 05:27:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lucia und Bernhard</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Von der Eroberung Mexikos bis zur Unabhängigkeit
In jedem Jahr läuten am 15. September um elf Uhr abends in Mexiko überall die Glocken – nein, nicht die Kirchenglocken, sondern die der Rathäuser. Jedes Rathaus in jedem Dorf und in jeder Stadt verfügt über eine Glocke, ebenso jeder Gouverneurs-Palast in den Hauptstädten der 31 Bundesstaaten und der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Times New Roman; font-size: small;"><span style="font-size: 12pt;">Von der Eroberung Mexikos bis zur Unabhängigkeit</span></span></p>
<p>In jedem Jahr läuten am 15. September um elf Uhr abends in Mexiko überall die Glocken – nein, nicht die Kirchenglocken, sondern die der Rathäuser. Jedes Rathaus in jedem Dorf und in jeder Stadt verfügt über eine Glocke, ebenso jeder Gouverneurs-Palast in den Hauptstädten der 31 Bundesstaaten und der Nationalpalast in Mexiko-Stadt, dem Distrito Federal, der quasi der</p>
<div id="attachment_239" class="wp-caption alignleft" style="width: 216px"><a href="http://www.puertovallarta.de/puerto-vallarta-blog/wp-content/uploads/2009/10/miguel-hidalgo-mexico1.jpg"><img class="size-medium wp-image-239" title="miguel-hidalgo-mexico" src="http://www.puertovallarta.de/puerto-vallarta-blog/wp-content/uploads/2009/10/miguel-hidalgo-mexico1-206x300.jpg" alt="Miguel Hidalgo" width="206" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Miguel Hidalgo</p></div>
<p>32. Bundesstaat ist. Und zu dem Geläut der Glocke ruft der jeweilige Bürgermeister, Gouverneur oder eben der mexikanische Präsident „Viva México“, worauf ihnen aus den grossen Menschenansammlungen ein begeistertes „Viva“ entgegenschallt; „Viva la independencia“ – „Viva“ (Es lebe Mexiko, Es lebe die Unabhängigkeit) – das ist der berühmte „Grito“ (Ruf), der den Beginn der Unabhängigkeitsfeier verkündet.  Dann folgt die Aufzählung derer, die in dem Unabhängigkeitskrieg eine grosse Rolle spielten, aber auch der Helden der mexikanischen Revolution, immer verbunden mit lauten Viva-Rufen.</p>
<p>Nächstes Jahr feiert Mexiko den 200. Jahrestag des Beginns des Unabhängigkeitkrieges, der am 15. September 1810 von dem Priester Miguel Hildalgo regelrecht eingeläutet wurde. Er und andere Aufständische hatten den Beginn der blutigen Auseinandersetzungen gegen die spanische Vorherrschaft in Mexiko eigentlich für einen späteren Termin geplant, doch dann erfuhr Miguel Hidalgo durch die Frau eines Bürgermeisters, die die Sache der Aufständigen unterstützte, dass ihr Plan verraten worden war, und entschloss sich, den Befreiungskampf sofort auszurufen. Elf Jahre dauerte diese Auseinandersetzung, und Spanien erkannte die Unabhängigkeit Mexikos am 24. August 1821 an! Bis dahin galt den Spaniern Mexiko immer noch als Nueva España – Neuspanien.</p>
<p>Um zu verstehen, wie es zu diesen blutigen Auseinandersetzungen kam, muss man sich die Geschichte des Landes seit der Eroberung Mexikos durch den Spanier Hernán Cortés und seine Truppen in den zwanziger Jahren des 16. Jahrhunderts ansehen.</p>
<div id="attachment_233" class="wp-caption alignright" style="width: 174px"><a href="http://www.puertovallarta.de/puerto-vallarta-blog/wp-content/uploads/2009/10/hernan-cortes-mexico.jpg"><img class="size-full wp-image-233 " title="Hernán Cortes" src="http://www.puertovallarta.de/puerto-vallarta-blog/wp-content/uploads/2009/10/hernan-cortes-mexico.jpg" alt="Hernan Cortes" width="164" height="251" /></a><p class="wp-caption-text">Hernán Cortes</p></div>
<p>Hernán Cortes war am Gründonnerstag 1519 in der Nähe des heutigen Veracruz (das von ihm gegründet wurde und in Anspielung auf den Karfreitag seinen Namen erhielt) mit 500 Soldaten und 30 Reitern gelandet, ausgerüstet u.a. mit Schusswaffen und Kanonen. Durch vorherige Expeditionen wussten die Spanier, dass es in diesem Land Gold und Silber gab, und Cortés hatte den festen Vorsatz, in die Hauptstadt des Aztekenreiches zu ziehen und das Land zu erobern.</p>
<p>Moctezuma II., der aztekische Herrscher, der in der Hauptstadt Tenochtitlán residierte, versuchte Cortés durch grossartige Geschenke, die aus Gold und Silber bestanden, von diesem Plan abzubringen – erreichte damit aber natürlich genau das Gegenteil. Nach aztekischer Zeitrechnung war es das Jahr I Rohr – und in einem dieser alle 52 Jahre wiederkehrenden Jahre sollte der „weisse Gott“ Quetzalcoatl wiederkommen! Die Pferde, die man in Mexiko ja nicht kannte, und die Feuerwaffen, die man ebenfalls nicht kannte, die eisernen Rüstungen und das Auftreten der Spanier bestärkten den Verdacht, dass es sich bei den Ankömmlingen, deren „schwimmende Häuser“ man schon lange Zeit vorher an der Küste gesichtet und von denen man Moctezuma berichtet hatte, um Abgesandte dieses Gottes bzw. um ihn selbst handeln könnte..</p>
<p>Cortés zog also nach Tenochtitlán, ihm schlossen sich schliesslich indianische Verbündete an, die sich gegen die Vorherrschaft der Azteken wehren wollten. Von Moctezuma wurde er feierlich begrüsst und im Palast seines Vaters einquartiert – wo die Spanier bald die sehr gut bestückte Schatzkammer fanden. Es gelang Cortes, Moctezuma zu seiner Marionette zu machen, und dieser büsste bei den Azteken immer mehr von seinem Ansehen ein.</p>
<div id="attachment_234" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.puertovallarta.de/puerto-vallarta-blog/wp-content/uploads/2009/10/tenochtitlan-mexico.jpg"><img class="size-medium wp-image-234" title="tenochtitlan-mexico" src="http://www.puertovallarta.de/puerto-vallarta-blog/wp-content/uploads/2009/10/tenochtitlan-mexico-300x178.jpg" alt="Tenochtitlan" width="300" height="178" /></a><p class="wp-caption-text">Tenochtitlan</p></div>
<p>In Abwesenheit von Hernán Cortés – der war mit einem Grossteil seiner Truppen nach Veracruz gezogen, um einen anderen Spanier aus Mexiko zu vertreiben – kam es zu einem Aufstand, weil die Spanier aztekische Adlige umgebracht hatten. Dabei kam auch Moctezuma II. ums Leben – ob durch Steinwürfe seiner eigenen Untertanen oder durch einen Dolch der Spanier ist nicht geklärt. Das Quartier der Spanier wurde belagert, Hernán Cortés kam zurück und die Spanier wurden in der „Noche Triste“ (30. Juni 1520), der traurigen Nacht, aus Tenochtitlán vetrieben, viele verloren dabei ihr Leben.</p>
<p>Aber Cortés belagerte mit verbündeten indianischen Truppen, die er um sich sammelte,  die Hauptstadt des Aztekenreiches und konnte sie schliesslich am 13. August 1521 erobern – das war das Ende des aztekischen Reiches und der Stadt, die die Spanier als eine der schönsten der Welt gerühmt hatten. Tausende von Azteken kamen ums Leben, auf und aus den Trümmern der Stadt errichteten die Spanier festungsartige Gebäude, schliesslich mussten sie weitere Aufstände befürchten.</p>
<p>Den meisten Spaniern galten die Einheimischen als unbeseelte Wesen, die nicht mit Vernunft begabt waren und die sich von daher hervorragend als Sklaven in der Landwirtschaft und den Minen eigneten. Innerhalb nur weniger Jahrzehnte schrumpfte die Bevölkerung Neuspaniens von geschätzen 25 Millionen auf 2,5 Millionen – die Menschen starben an den von den Spaniern eingeschleppten Krankheiten – darunter die Pocken – genauso wie an der brutalen Ausbeutung als Sklaven.</p>
<p>Aber die indianischen Völker hatten die Mönche auf ihrer Seite – 1524 waren als erste die Franziskaner, dann die Dominikaner und schliesslich die Augustiner gekommen, um auf dem neu entdeckten Kontinent einen Gottesstaat, eine Art Paradies, zu errichten. Sie nahmen die einheimische Bevölkerung in Schutz, liessen auf dem flachen Land bei ihren Klöstern riesige Kirchen bauen, die fast wie Kathedralen anmuten und gleichzeitig auch Schutz vor spanischen Angriffen boten. Fray Bartolomé de las Casas, ein Dominikaner und erster Bischof in Chiapas, war der eifrigste Verteidiger der indianischen Bevökerung, und nicht zuletzt ihm ist es zu verdanken, dass Papst Paul II im Mai 1537 klarstellte, dass es sich bei der indianischen</p>
<div id="attachment_235" class="wp-caption alignleft" style="width: 271px"><a href="http://www.puertovallarta.de/puerto-vallarta-blog/wp-content/uploads/2009/10/bartolome-de-las-casas.jpg"><img class="size-medium wp-image-235 " title="bartolome-de-las-casas" src="http://www.puertovallarta.de/puerto-vallarta-blog/wp-content/uploads/2009/10/bartolome-de-las-casas-261x300.jpg" alt="Fray Bartolome de las Casas" width="261" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Fray Bartolomé de las Casas</p></div>
<p>Bevölkerung sehr wohl um vernunftbegabte Menschen mit einer Seele handele. So kam es auch zu den Leyes Nuevos (Neuen Gesetzen), die Karl V. 1542 erliess, die die Versklavung der einheimischen Bevölkerung verboten – Gesetze, an die sich die Spanier aber kaum hielten, so dass sie wenige Jahre später zum Teil wieder zurückgenommen wurden.</p>
<p>Das meiste Land war in der Hand von Spaniern, denen diese riesigen „encomiendas“ /Güter zur Bewirtschaftung überlassen worden waren.</p>
<p>Gleichzeitig kam es immer mehr zur Vermischung der spanischen Bevölkerung mit der indianischen – heute sind 60% der Mexikaner Mestizen, etwa 30% sind indianisch, 9 % europäisch, 1% anderer Abkunft u.a. afrikanischer.</p>
<p>Regiert wurde Neuspanien durch einen von der spanischen Krone eingesetzten Vizekönig, auch alle höheren Ämter in Staat und Kirche wurden von aus Spanien entsandten Männern besetzt, als Kreole – also als in Mexiko geborener Abkömmling von spanischen Vorfahren – hatte man keine sehr grossen Aufstiegschancen.</p>
<p>Im 18. Jahrhundert dehnte sich Neuspanien von den heutigen Südstaaten der USA bis nach Costa Rica und Panama aus – ein riesiges Land also! Aber dieses Land war der grösste Absatzmarkt für spanische Produkte wie Wein und Oliven, deren Anbau hier verboten war. Exportiert aus Neuspanien wurden Zucker (das Zuckerrohr stammt aus Kuba) und natürlich Bodenschätze wie Gold und Silber aus den zahlreichen Minen des Landes. Gleichzeitig war Mexiko Zwischenstation für den Handeln mit den – gleichfalls spanischen – Philippinen und damit für Handelsgüter aus China. Die Handelsschiffe fuhren von Acapulco aus an der Westküste Mexikos entlang und überquerten schliesslich den Pazifik – ein nicht ganz ungefährliches Unternehmen, denn ausser Hurrikanen waren die Schiffe und Ihre Besatzung auch den zahlreichen Piraten ausgeliefert, die die Gewässer unsicher machten.</p>
<p>Mit der Zeit wuchs der Unmut der Kreolen über ihre ökonomische und soziale Situation derart, dass nicht wenige dem Beispiel der nördlichen Nachbarn folgen wollten. Als dann schliesslich Napoleon seinem Sohn Joseph die spanische Krone aufsetzte, einigten sich Liberale und Konservative (Anhänger der spanischen Bourbonen) – und der Unabhängigkeitskrieg begann am 16.September 1810 und endete 1821, 300 Jahre nach der Eroberung Tenochtitlans, das in Ciudád de México unbenannt worden war. Und so wurde Neuspanien denn auch in México umbenannt.</p>
<p>Der Name Mexiko stammt von den Mexica („Mechika“ gesprochen), so nannten sich die Azteken, die Tenochtitlán gegründet und das riesige Reich erobert hatten, wo dann etwa 200 Jahre nach der Gründung der aztekischen Hauptstadt Hernän Cortés die Macht übernommen hatte.</p>
<p>Was nach dem Unabhängigkeitskrieg folgte, war ein Jahrhundert voller politischer Wirren und militärischer Auseinandersetzungen, die schliesslich 1910 in die mexikanische Revolution mündeten – dies soll aber ein Thema für den Dia de la   Revolutión im November sein.</p>
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		<title>Hurrikan – Hurricane – Huracán</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Sep 2009 00:38:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lucia und Bernhard</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_210" class="wp-caption alignleft" style="width: 250px"><a rel="attachment wp-att-210" href="http://www.puertovallarta.de/puerto-vallarta-blog/2009/09/hurrikan-%e2%80%93-hurricane-%e2%80%93-huracan/hurrikan-kenna-vorhersage/"><img class="size-full wp-image-210 " title="hurrikan-kenna-vorhersage" src="http://www.puertovallarta.de/puerto-vallarta-blog/wp-content/uploads/2009/09/hurrikan-kenna-vorhersage.jpg" alt="Verlaufsvorhersage für Hurrikan Kenna" width="240" height="240" /></a><p class="wp-caption-text">Verlaufsvorhersage für Hurrikan Kenna</p></div>
<div id="attachment_211" class="wp-caption alignleft" style="width: 250px"><a rel="attachment wp-att-211" href="http://www.puertovallarta.de/puerto-vallarta-blog/2009/09/hurrikan-%e2%80%93-hurricane-%e2%80%93-huracan/kenna-24-oktober/"><img class="size-full wp-image-211 " title="kenna-24-oktober" src="http://www.puertovallarta.de/puerto-vallarta-blog/wp-content/uploads/2009/09/kenna-24-oktober.jpg" alt="Hurrikan Kenna am 24 Oktober" width="240" height="240" /></a><p class="wp-caption-text">Hurrikan Kenna am 24 Oktober</p></div>
<div id="attachment_212" class="wp-caption alignleft" style="width: 250px"><a rel="attachment wp-att-212" href="http://www.puertovallarta.de/puerto-vallarta-blog/2009/09/hurrikan-%e2%80%93-hurricane-%e2%80%93-huracan/kenna-25-oktober/"><img class="size-full wp-image-212 " title="kenna-25-oktober" src="http://www.puertovallarta.de/puerto-vallarta-blog/wp-content/uploads/2009/09/kenna-25-oktober.jpg" alt="Hurrikan Kenna am 25 Oktober" width="240" height="240" /></a><p class="wp-caption-text">Hurrikan Kenna am 25 Oktober</p></div>
<p>Huracán hiess der Maya-Gott, dem man die Gewalt über Wind, Sturm und Feuer zuschrieb. Er wurde dargestellt mit einem normalen und einem Bein in Form einer Schlange und hatte eine lange Nase oder eine Art Schnauze und rauchte eine Zigarre (auch der Tabak ist eine mexikanische „Erfindung“).Das schlangenförmige Bein ist wohl damit zu erklären, dass Blitze als eine Art Himmelsschlangen begriffen wurden, die Feuer bringen konnten.  Die Mayakönige werden oft mit einer Art Szepter dargestellt in Form von dem Gott Huracán, der zu den drei Schöpfergottheiten gehört – allerdings hat er dann die Menschheit in der Grossen Flut (ja, auch hier auf dem Kontinent existierte die Legende der Sintflut längst vor der Ankunft der Spanier) vernichtet, weil sie die Götter gegen sich aufgebracht hatte. Aber dann erschuf er die Erde neu, indem er sie aus den Wassern zurückrief.</p>
<p>Dieser Gott hat den Wirbelstürmen den Namen gegeben, die normalerweise jährlich in der Zeit zwischen dem 1. Juni und dem 30. November den westlichen Atlantik und den östlichen Pazifik auf der Nordhalbkugel heimsuchen und zum Teil ganz gewaltige Schäden verursachen. Ihnen ist sicherlich noch Katrina in Erinnerung, die New Orleans unter Wasser setzte, vielleicht auch Mitch, der 1998 etwa 11 000 Menschenleben in Mittelamerika forderte, und Wilma, die drei Tage lang Cancun verwüstete.</p>
<p>Im Jahr 2002 setze der Monstersturm Kenna die Menschen hier in der Region in Angst und Schrecken, er war ein Hurrikan der Kategorie fünf und der zweitstärkste  seit der ersten Aufzeichnung 1851 beobachtete Wirbelsturm im östlichen Pazifik. Kenna traf ganz massiv das Fischerdorf San Blas, etwa 150 Kilometer nördlich von Puerto Vallarta, wir bekamen hier in Vallarta „nur“ den „Schwanz“ ab – mit dem Ergebnis, dass der Malecón (Strandpromende) total zerstört war, die extrem hohen Wellen sämtliche Läden dort (darunter Geschäfte mit Gold- und Silberschmuck)  <span id="more-206"></span>weiterlesen ausgespült hatten, das eine oder andere Hotel bis in den zweiten oder gar dritten Stock überflutet war und einige Häuser direkt am Strand abbruchreif waren, insgesamt betrugen die Schäden etliche Millionen. San Blas war fast total zerstört, aber die Bevölkerung war rechtzeitig evakuiert worden.</p>
<p>Insgesamt entstehen sowohl im Atlantik als auch im Pazifik jährlich in der Hurrikansaison jeweils um die fünfzehn Stürme, von denen sich ein Drittel bis zur Hälfte  zu Hurrikans auswachsen (Voraussetzung für die Entstehung eines Hurrikans ist eine Wassertemperatur von mindestens 26,5º) – ganz oft betroffen ist vor allem Kuba, aber auch Cancun wird oft von Hurrikans heimgesucht. Hier am Pazifik treiben die Stürme von Mittelamerika kommend die Küste hoch, wobei sie meist Richtung Nordwest gehen und damit hinaus auf den offenen Ozean. Aber Kenna war sehr spät, nämlich Ende Oktober, und damals trieben Winde aus dem Westen den Wirbelsturm auf die Küste zu.</p>
<p>Um das Auge des Hurrikans herum entsteht ein riesiger Wirbel aus Wolken und damit Feuchtigkeit, die starke Regenfälle in weiten Gebieten verursacht.</p>
<p>Aber in diesem Jahr haben wir in vielen Teilen Mexikos Regenzeit ohne Regen, was fatale Folgen für die Landwirtschaft in weiten Teilen Mexikos hat, weil der Mais, die Bohnen und andere wichtige Feldfrüchte auf den Feldern verdorren und das Vieh keine Nahrung und kein Wasser mehr hat. Es ist die schlimmste Trockenheit seit siebzig Jahren!</p>
<p>Wie ist das zu erklären?</p>
<p>Letztes Jahr hatten wir viele Stürme, darunter einige Hurrikans, und dadurch viel Regen – typisch für ein El Niño-Jahr. Dieses Jahr gab es auch Stürme, aber sie näherten sich nicht den Küsten, die Stürme zogen hinaus auf den Pazifik – was wiederum typisch ist für ein La Niña-Jahr.</p>
<p>Bei einem Niño-Jahr  erwärmt sich in der Weihnachtszeit (also der warmen Zeit auf der Südhalbkugel) der Humboldtstrom im Südpazifik so stark, dass er zum Erliegen kommt, das Oberflächenwasser erwärmt sich und verdunstet, was zu Wolkenbildung und schliesslich Regen führt.</p>
<p>In einem Niña-Jahr ist der Humboldtstrom dagegen kälter als gewöhnlich, was wiederum Einfluss auf die Passatwinde hat, die die Luftfeuchtigkeit in den asiatischen Raum tragen, wo es dann zu extremen Regenfällen kommt – der dann hier an der mexikanischen Küste fehlt. Was nun wiederum diese Temperaturschwankungen des Humboldtstromes vor der Küste Perus bewirkt, das ist noch reichlich unklar.</p>
<p>Schaut man sich eine Weltwetterkarte an in einem Niño-Jahr, so sieht man in den Tropengebieten viele Wolkenfelder – aber dieses Jahr fehlen die Wolken. So hatten wir unsere Hoffnung auf den Hurrikan Jimena gesetzt, der Ende August an der Westküste Mexikos nordwestwärts zog. Er brachte Teilen des Hochlandes dann auch den ersehnten Regen, hier in unserer Region regnete es kaum, nur der Himmel war grau. Jimena traf dann auf den südlichen Teil der Halbinsel Baja California, wo es natürlich dann regnete, ebenso wie im Bundesstaat Sonora, das der Halbinsel vorgelagert ist, wo es zu schweren Überschwemmungen kam.</p>
<div id="attachment_213" class="wp-caption alignleft" style="width: 250px"><a rel="attachment wp-att-213" href="http://www.puertovallarta.de/puerto-vallarta-blog/2009/09/hurrikan-%e2%80%93-hurricane-%e2%80%93-huracan/tlaloc-regengott/"><img class="size-full wp-image-213 " title="Tlaloc-Regengott" src="http://www.puertovallarta.de/puerto-vallarta-blog/wp-content/uploads/2009/09/Tlaloc-Regengott.jpg" alt="Regengott Tlaloc" width="240" height="239" /></a><p class="wp-caption-text">Regengott Tlaloc</p></div>
<p>Hurrikans sind also Fluch und Segen zugleich – Fluch, weil sie schwere Schäden durch Überschwemmungen und Erdrutsche auslösen können und natürlich auch wegen der extrem starken Winde. Segen, weil ohne sie der so dringend notwendige Regen ausbleibt und die Ernte verdorrt. Früher hatte das Hungersnöte zur Folge. So hat also der Gott Huracán zugleich positive und negative Aspekte – wie alle anderen Götter auch. Dieses dualistische Denken durchzieht die gesamte Lebensauffassung der alten und der gegenwärtigen indianischen Völker und erklärt wohl z.T. auch die Gelassenheit, mit der viele Mexikaner negative Erfahrungen hinnehmen – es gibt eben nicht das absolut Gute, Wahre, Schöne, alles ist ein Hin- und Herschwingen zwischen besseren und schlechteren Zeiten.</p>
<p>Eigentlich ist der Monat September der Monat, in dem die meisten Hurrikans auftreten – also geben wir die Hoffnung auf Regen immer noch nicht auf! Aber für weite Teile Mexikos käme der Regen eh etwas zu spät, denn der Mais, das Grundnahrungsmittel,  ist vielerorts schon verdorrt. Punktuell gibt es schwere Regenfälle &#8211; so sind vor wenigen Tagen ganze Stadtteile der Hauptstadt regelrecht im Regen ertrunken, aber der grosse See, aus dem die Stadt einen Teil des Trinkwassers bekommt, bekam so gut wie keinen Regen ab. Seit dem 1. September muss man in Mexiko-Stadt nun hohe Strafen zahlen, wenn man leichtfertig mit dem kostbaren Nass umgeht &#8211; und etwa eine Million der Menschen dort ist ohne Leitungswasser und muss mit Wasser aus Tankwagen versorgt werden, das es dann natürlich nur eimerweise gibt.</p>
<p>Hier in der Region führen die Bäche und Flüsse immer noch Wasser – das ist nicht überall so. Und hier lassen sich auch leicht Brunnen bohren, um mit dem Grundwasser die Felder zu berieseln – das ist auch nicht überall so, denn Mexiko ist ein sehr gebirgiges und steiniges Land, und selbst wenn man Wasser findet, ist das nicht unbedingt zur Bewässerung der Felder geeignet, da es mineral- und damit z.T. salzhaltig ist. In manchen Landesteilen, wo es halbwegs wasserreiche Flüsse gibt, sind Stauseen errichtet worden, manche davon sehr gross. So hat man einen Wasservorrat und gewinnt gleichzeitig Energie &#8211; nur sind die meisten Stauseeen jetzt nur noch bei zwanzig/dreissig Prozent ihrer Kapazitäten, weil ja der Regen weitgehend ausblieb, durch den sie in den Sommermonaten aufgefüllt werden müssten!</p>
<p>Mit anderen Worten: Man ist auf das Nass des Regens dringend angewiesen – von daher verwundert es nicht, dass bei den Azteken der Regengott Tlaloc und bei den Mayas der Sturmgott Huracán eine grosse Verehrung genossen.</p>
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